Das ist ein politischer Skandal – und ein bitterer Tag für Strausberg.

Pressemitteilung

Knut-Sören Steinkopf zur Annullierung der Bürgermeisterwahl

24. Februar 2026

Die Bürgermeisterwahl wurde annulliert, weil bis zu 1.200 Briefwahlstimmen nicht bei der Wahlbehörde angekommen sind. Bei einem Stimmenabstand von lediglich 142 Stimmen zwischen mir und der Zweitplatzierten ist klar: Diese Wahl ist nicht nur formal fehlerhaft – sie ist in ihrem Kern erschüttert worden. Wählerinnen und Wähler sind um ihre Stimmen gebracht worden. Und ich bin womöglich um die Teilnahme an der Stichwahl gebracht worden.
Ob ich in der Stichwahl gestanden hätte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Genau das ist das Problem. Es geht um Vertrauen. Vertrauen darin, dass niemand unkontrolliert Zugriff auf Wahlunterlagen hat. Schon die technische Möglichkeit der Einflussnahme ist unerträglich.
Viele Menschen haben mich in den letzten Stunden angerufen und gefragt: „Wie konnte das passieren?“ Die Antwort ist ebenso einfach wie erschreckend: Eine zentrale Infrastruktur – das Postfach der Stadt – befand sich in privater Hand, im Geschäft des Kandidaten Patrick Hübner. Das mag formal zulässig gewesen sein. Politisch war es ein schwerer Fehler.
Gelegenheit schafft Misstrauen. Und Misstrauen ist Gift für unsere Demokratie.
Ich unterstütze ausdrücklich die Entscheidung, die Wahl zu wiederholen. Wir brauchen eine saubere, transparente und unangreifbare Bürgermeisterwahl.
Für mich persönlich heißt das: Ich bereite mich mit meinem Team auf einen neuen Wahlkampf vor. Jede Hilfe ist willkommen, melden Sie sich gern, wenn Sie mitmachen wollen. Strausberg hat eine Wahl verdient, bei der jede Stimme sicher ist und zählt.
Wir müssen aus diesem Vorfall lernen und Konsequenzen ziehen:
Die Stadt muss künftig sicherstellen, dass das Postgeheimnis und die Integrität von Wahlen jederzeit zweifelsfrei geschützt sind. Die einzige, zentrale Post in Strausberg darf nicht weiter in privater Hand sein. Wenn sich die Post AG aus dem Geschäft in Kleinstädten zurückzieht, muss die Kommune einspringen und die Post kommunal betreiben. Damit das Postgeheimnis gewahrt bleibt.